Sinnbild der Verselbständigung des Damenhockeys
Die Geschichte des Eichenschilds
Der Eichenschild ist ein 1936 erstmals umspielter Wanderpreis, der zwischen den Verbandsauswahlmannschaften der Damen ausgespielt worden ist. Der Preis, der von der Hamburgerin Miken Rieck-Galvao gestiftet worden ist, bildet somit das Pendant zum bereits 1907 eingeführten Silberschild im Herrenhockey.
Der Eichenschild galt damals als nationale Trophäe, die „das Erstarken einer jungen, vorwärts strebenden Sportart [verkörpert], der wir wünschen, dass ihre Aufwärtsentwicklung auf diesem Eichenschild genau so festgehalten wird, wie das im Herrenhockey beim Silberschild der Fall ist“. Des Weiteren stand der Eichenschild, als erster Pokal der Damen, als „Sinnbild der Verselbständigung unseres Damenhockey, ein Zeichen des Ausbaus und der Stärke“ (Deutsche Hockey Zeitung Nr. 17, 1936, S. 255).
Auch, wenn wir im Damenhockey heute längst nicht mehr um Gleichstellung kämpfen müssen, möchten wir an dieser Stelle mit der Wiederbelebung des Eichenschilds, wenn auch im Seniorinnenbereich und nicht mehr für die Damenauswahlmannschaften, an alle starken Frauen des frühen 20. Jahrhunderts denken, die sich dafür eingesetzt haben, dass wir heute an dem Punkt der Selbstverständlichkeit angekommen sind.
Miken Rieck-Galvao leitet von 1929-1945 das deutsche Damenhockey im DHB und ist von 1930-1940 Präsidentin des Comitè Feminin des Hockey-Weltverbands. Sie setzte sich ihrer Zeit stark für das Damenhockey ein, und das nicht ohne Gegenwind aus dem Herrenbereich.
Sie glauben gar nicht, wie schwer es ist, den passiven Widerstand der Herren zu überwinden; denn nur sehr wenig Herren sind es, die uns Damen eine Selbstständigkeit gönnen und zutrauen. […] Wir […] haben uns jedenfalls fest vorgenommen, nicht locker zu lassen und das Damenhockey und seine Organisation zu fördern, wie wir nur können.
Miken Rieck-Galvao, 1928
So heißt es in einem Brief, den Rieck-Galvao an den Deutschen Hockey-Bund sendete und der 1928 in der Deutschen Hockey-Zeitung (DHZ) veröffentlicht worden ist (DRZ 1928, Nr. 8, S.107).
Miken Rieck-Galvao war es auch, die das erste Länderspiel einer deutschen Damenhockey-Nationalmannschaft initiierte (DRZ 1928, Nr. 8).
Lange sind wir über den Punkt hinaus, an dem für das Damenhockey gekämpft werden muss. Um derer zu gedenken, die diesen Kampf für uns ausgetragen haben und auch um im Seniorinnenhockey wieder ein Pendant zum Silberschild zu schaffen, lassen wir ab dem Jahr 2026 den Eichenschild, wie bereits 2016 den Silberschild, wieder aufleben. Fortan wird der Pokal allerdings nicht mehr als Pokal der Landesverbandsmannschaften der Damen, sondern als Seniorinnenturnier der Landesverbandsmannschaften ausgespielt.